Zurück
Schnee Weiß - Tiroler Landestheater
Theater / Musical
Theater / Musical

Schnee Weiß - Tiroler Landestheater

BESCHREIBUNG

In einer Zeit, als Elfriede Jelinek sich uns noch nicht entzog, sagte sie über Ein Sportstück (1997), dass das Phänomen Sport eines ihrer Hassthemen sei, der Sport eine „Metapher für Dinge, unter denen sich Gewalt hereinschleicht“. Zwanzig Jahre später nimmt sie das Interview der Tiroler Ex-Skirennläuferin Nicola Werdenigg zum Anlass, an die Gedanken von damals anzuknüpfen. Werdenigg warf dem österreichischen Skiverband massiven Machtmissbrauch vor, der in den 1970er- und 1980er-Jahren zu Übergriffen und Vergewaltigungen führte. Der Missbrauch im Skisport ist allerdings nur der Anstoß für einen Rundumschlag: Wortgewaltig erbebt die gewohnt mehrstimmige Wut-Suada Jelineks, führt uns Moral wie Doppelmoral vor und nimmt nach den Skigöttern die katholische Kirche ins Visier. Die Parallelen scheinen auf der Hand zu liegen, Skifahren ist in Österreich heilig, der Sport eine moderne Religion. Und hierarchische Strukturen, die Machtmissbrauch befeuern, gibt es hier wie dort: „In meiner Kirche sitzen die Männer oben. Die Frau wird als Mann zweitrangig gesehen, weil sie keiner ist. Wer kann, raubt sie und entfernt sie aus der Öffentlichkeit und treibt sie ins Gebirg hinauf.“

Nach Grufttheater : Weissagung (Spielzeit 2021.22) ist Elfriede Jelineks Schnee Weiß die zweite Inszenierung des jungen Südtiroler Regisseurs Joachim Gottfried Goller am Tiroler Landestheater. Das Besondere daran: Das Stück wird damit erstmals in Österreich zu sehen sein.

Nun soll endlich Gras drüber wachsen. Eine saudumme Männergschich’t war’s, mit einem unguten professionellen Weibsstück und einem Niagarafall von Alkohol. ELFRIEDE JELINEK

Uhrzeit

Beginn: 21.01.2023 19:30 Uhr

VERANSTALTUNGSORT

Kammerspiele (Haus der Musik Innsbruck)
Universitätsstr.1, Eingang Rennweg, 6020 INNSBRUCK
Zum Ticketshop

BESCHREIBUNG

In einer Zeit, als Elfriede Jelinek sich uns noch nicht entzog, sagte sie über Ein Sportstück (1997), dass das Phänomen Sport eines ihrer Hassthemen sei, der Sport eine „Metapher für Dinge, unter denen sich Gewalt hereinschleicht“. Zwanzig Jahre später nimmt sie das Interview der Tiroler Ex-Skirennläuferin Nicola Werdenigg zum Anlass, an die Gedanken von damals anzuknüpfen. Werdenigg warf dem österreichischen Skiverband massiven Machtmissbrauch vor, der in den 1970er- und 1980er-Jahren zu Übergriffen und Vergewaltigungen führte. Der Missbrauch im Skisport ist allerdings nur der Anstoß für einen Rundumschlag: Wortgewaltig erbebt die gewohnt mehrstimmige Wut-Suada Jelineks, führt uns Moral wie Doppelmoral vor und nimmt nach den Skigöttern die katholische Kirche ins Visier. Die Parallelen scheinen auf der Hand zu liegen, Skifahren ist in Österreich heilig, der Sport eine moderne Religion. Und hierarchische Strukturen, die Machtmissbrauch befeuern, gibt es hier wie dort: „In meiner Kirche sitzen die Männer oben. Die Frau wird als Mann zweitrangig gesehen, weil sie keiner ist. Wer kann, raubt sie und entfernt sie aus der Öffentlichkeit und treibt sie ins Gebirg hinauf.“

Nach Grufttheater : Weissagung (Spielzeit 2021.22) ist Elfriede Jelineks Schnee Weiß die zweite Inszenierung des jungen Südtiroler Regisseurs Joachim Gottfried Goller am Tiroler Landestheater. Das Besondere daran: Das Stück wird damit erstmals in Österreich zu sehen sein.

Nun soll endlich Gras drüber wachsen. Eine saudumme Männergschich’t war’s, mit einem unguten professionellen Weibsstück und einem Niagarafall von Alkohol. ELFRIEDE JELINEK