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Tagung „Die Fallenjagd – Eine Jagdtechnik im Alpenraum und darüber hinaus“
Bildung / Vorträge
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Tagung „Die Fallenjagd – Eine Jagdtechnik im Alpenraum und darüber hinaus“

BESCHREIBUNG

Das Institut für Archäologien, Fachbereich: Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der Universität Innsbruck, der Archäologischer Dienst Graubünden und der Verein Stadtarchäologie Hall i.T. veranstalten am 13. und 14. Oktober 2023 eine Tagung zum Thema „Die Fallenjagd – Eine Jagdtechnik im Alpenraum und darüber hinaus“.

Dreizehn Referenten:innen aus vier Nationen (Österreich, Italien, Deutschland und Schweiz) werden am 13. Oktober 2023 in der Burg Hasegg aktuelle Ergebnisse aus Archäologie, Geschichte und Europäischer Ethnologie vorstellen und diskutieren, für den 14. Oktober ist eine Exkursion zum Schloss Wolfsthurn geplant um das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei zu besichtigen, zudem erwartet die Teilnehmer:innen eine Spezialführung zum Thema Jagdfallen.

 

Download Tagungsprogramm unter www.stadtarchaeologie-hall.at

 

Fallen, Fanggeräte und Fangvorrichtungen zählen seit Jahrtausenden zum allgemeinen Rüstzeug des aktiv und präventiv jagenden Menschen. Die dabei entwickelte Bandbreite an Mitteln und Strategien ist enorm und wird von der ethno-anthropologischen Forschung als Ausdruck menschlicher Kreativität und als eine der ersten sichtbaren Manifestationen der intelligenten Menschwerdung diskutiert.

Als singuläre, doch zentrale Elemente der Jagdtechnik zählen Fallen und Fanggeräte seit den Forschungen von Kurt Lindner mit zu den drei Faktoren (Gesellschaftsordnung, Jagdrecht, Jagdtechnik), die zu allen Zeiten die Jagd im Wesentlichen bestimmt haben: „Eine Geschichte der Jagd kann ohne Berücksichtigung dieser drei Elemente nicht geschrieben werden.“

Mit Ausnahme des skandinavischen und des ungarischen Raums hat sich die Forschung in Europa kaum systematisch mit dieser Thematik beschäftigt, wenn man von einzelnen lokalen Monographien absieht. Die Gründe dafür sind zahlreich und vielschichtig. Die Spezifik jagdtechnischer Überlieferungsformen bringt mit sich, dass derartige Objekte und die damit verbundenen Jagdtechniken kaum dokumentiert sind bzw. dass objektbedingte Aspekte dazu führten, dass diese kaum dokumentierbar sind. Die Industrialisierung hat schließlich einen zeitlich  verzögerten, doch letztlich radikalen Bruch in Material, Form, Technik und Nutzung eingeleitet, mit dem allmählichen Verlust einer großen ergologischen Vielfalt und des damit verbundenen Erfahrungswissens.

Während sich Arbeiten zur Jagdgeschichte nahezu ausschließlich auf Jagdrecht und Gesellschaftsordnung konzentrieren, wurde der Aspekt der Jagdtechnologie bislang häufig ausgeklammert oder bestenfalls gestreift, bedingt auch durch eine stark auf juridische und verwaltungstechnische Quellen ausgerichtete Archivdokumentation. Dadurch hat man einen wesentlichen Aspekt der europäischen Jagdkultur vernachlässigt.

Das heterogene Überlieferungs- und Forschungsbild spiegelt sich auch in der archäologischen Forschung wider, die sich, zum Teil im Austausch mit der Denkmalpflege, punktuell immer wieder mit entsprechenden Befunden und Funden beschäftigt hat. Und ein hölzernes Artefakt aus dem Gletscher in den Ötztaler Alpen und die Geschichte seiner Funktionszuweisung war auch der Anlass, diese Tagung durchzuführen.

Uhrzeit

Beginn: 13.10.2023 09:00 Uhr

VERANSTALTUNGSORT

Burg Hasegg Hall
Burg Hasegg 6, 6060 Hall in Tirol
in Google Maps anzeigen

Tickets & Preise

Teilnahme nur mit verbindlicher Anmeldung bei Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer: office@stadtarchaeologie-hall.at oder Tel: +43(0)676/680 43 44 Anmeldeschluss: 28. September 2023 Wir bitten um Angabe, ob Sie nur an der Tagung (Fr. 13.10.2023) oder auch an der Exkursion (Sa. 14.10.2023) teilnehmen möchten Tagung: Ort: Burg Hasegg, Hall in Tirol Zeit: Freitag, 13. Oktober 2023 von 9:00 bis 17:30 Uhr, Abendvortrag um 19:00 Uhr Kosten: freiwillige Spenden Exkursion: Schloss Wolfsthurn, Ratschings/Mareit, Südtirol Zeit: Samstag, 14. Oktober 2023, 9:00 bis 16:00 Uhr Kosten: EUR 35,- für Busfahrt, Eintritt und Führung (ohne Mittagessen bzw. Kaffeepause). Die Exkursionskosten sind vorab zu zahlen, die Kontodaten werden nach der Anmeldung bekanntgegeben.

Veranstalter

Verein Stadtarchäologie Hall, Institut für Archäologien der Universität Innsbruck und der Archäologischer Dienst Graubünden

BESCHREIBUNG

Das Institut für Archäologien, Fachbereich: Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der Universität Innsbruck, der Archäologischer Dienst Graubünden und der Verein Stadtarchäologie Hall i.T. veranstalten am 13. und 14. Oktober 2023 eine Tagung zum Thema „Die Fallenjagd – Eine Jagdtechnik im Alpenraum und darüber hinaus“.

Dreizehn Referenten:innen aus vier Nationen (Österreich, Italien, Deutschland und Schweiz) werden am 13. Oktober 2023 in der Burg Hasegg aktuelle Ergebnisse aus Archäologie, Geschichte und Europäischer Ethnologie vorstellen und diskutieren, für den 14. Oktober ist eine Exkursion zum Schloss Wolfsthurn geplant um das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei zu besichtigen, zudem erwartet die Teilnehmer:innen eine Spezialführung zum Thema Jagdfallen.

 

Download Tagungsprogramm unter www.stadtarchaeologie-hall.at

 

Fallen, Fanggeräte und Fangvorrichtungen zählen seit Jahrtausenden zum allgemeinen Rüstzeug des aktiv und präventiv jagenden Menschen. Die dabei entwickelte Bandbreite an Mitteln und Strategien ist enorm und wird von der ethno-anthropologischen Forschung als Ausdruck menschlicher Kreativität und als eine der ersten sichtbaren Manifestationen der intelligenten Menschwerdung diskutiert.

Als singuläre, doch zentrale Elemente der Jagdtechnik zählen Fallen und Fanggeräte seit den Forschungen von Kurt Lindner mit zu den drei Faktoren (Gesellschaftsordnung, Jagdrecht, Jagdtechnik), die zu allen Zeiten die Jagd im Wesentlichen bestimmt haben: „Eine Geschichte der Jagd kann ohne Berücksichtigung dieser drei Elemente nicht geschrieben werden.“

Mit Ausnahme des skandinavischen und des ungarischen Raums hat sich die Forschung in Europa kaum systematisch mit dieser Thematik beschäftigt, wenn man von einzelnen lokalen Monographien absieht. Die Gründe dafür sind zahlreich und vielschichtig. Die Spezifik jagdtechnischer Überlieferungsformen bringt mit sich, dass derartige Objekte und die damit verbundenen Jagdtechniken kaum dokumentiert sind bzw. dass objektbedingte Aspekte dazu führten, dass diese kaum dokumentierbar sind. Die Industrialisierung hat schließlich einen zeitlich  verzögerten, doch letztlich radikalen Bruch in Material, Form, Technik und Nutzung eingeleitet, mit dem allmählichen Verlust einer großen ergologischen Vielfalt und des damit verbundenen Erfahrungswissens.

Während sich Arbeiten zur Jagdgeschichte nahezu ausschließlich auf Jagdrecht und Gesellschaftsordnung konzentrieren, wurde der Aspekt der Jagdtechnologie bislang häufig ausgeklammert oder bestenfalls gestreift, bedingt auch durch eine stark auf juridische und verwaltungstechnische Quellen ausgerichtete Archivdokumentation. Dadurch hat man einen wesentlichen Aspekt der europäischen Jagdkultur vernachlässigt.

Das heterogene Überlieferungs- und Forschungsbild spiegelt sich auch in der archäologischen Forschung wider, die sich, zum Teil im Austausch mit der Denkmalpflege, punktuell immer wieder mit entsprechenden Befunden und Funden beschäftigt hat. Und ein hölzernes Artefakt aus dem Gletscher in den Ötztaler Alpen und die Geschichte seiner Funktionszuweisung war auch der Anlass, diese Tagung durchzuführen.