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Landschaftsmalerei
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Landschaftsmalerei

BESCHREIBUNG

André Butzer, Ben Cottrell, Paula Kamps, Wolfgang Voegele


»Raum wurde, aus geometrischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen Gründen, als leergemachter Platz in die Malerei eingeführt, zur Grundlage malerischer Kompositionen erhoben – ein Gebilde, das als Gegenstand der Malerei überhaupt keinerlei Bedeutung oder Wert besitzt. Aber hierfür musste ein Preis bezahlt werden: die Festigkeit des in seiner Flächenhaftigkeit endlich begrenzten unräumlichen Himmels ging verloren. Niemals hat die Kunstgeschichte der Kunst unkünstlerischer, niemals hat sie sie falscher verstanden.


Im Anschauen hält sich der Mensch in ganz besonderer Weise an Orten auf. Anschauen ist die wesentliche Weise, in der man sich an Orten aufzuhalten vermag, wenn unter Anschauen das verstehende Erblicken begriffen wird, wodurch ein Ort, sich selber enthüllend, den Anschauenden durch seine selbstleuchtende Gegenwärtigkeit einmalig und ganz erhellt. Denn im Ort allein tritt der Raum als künstlerische Wahrheit dargestellt mit der Wirklichkeit der Dinge in unmittelbar entsprechende Einheit.


Des Künstlers Aufgabe ist es, in seinem Werk jedem Bildgegenstand die ihm adäquate, die ihm im Zusammenhange des Ganzen zukommende Stelle als Ort zuzuweisen. Das ist diejenige, an der ein jedes voll zu sich selbst zur Darstellung seines Wesens kommt. Den Unterschied zwischen Bild und Wirklichkeit kann man leicht sehen, wenn man ein Stück Natur mit einem gemalten Bilde vergleicht, wie das zum Beispiel bei Cézanne-Landschaften möglich ist. Allein im Gemälde füllen die Dinge ihre Gestalten wirklich aus. Erst allmählich dringt Cézanne zu solch einem Bilde einer frei gesehenen Natur vor und bis zu seinem Tode bleibt dies der Weg seines Schaffens in jedem einzelnen Bilde. Damit gab er dem ganz und gar in Farbe verwandelten Licht einen metaphysischen Gehalt neuer Art.«


Kurt Badt


»Aufgegangen aus der Unverborgenheit ist das Anwesende auch schon eingegangen in das bereits Unverborgene: das Gebirge liegt in der Landschaft. Sein Anwesen ist aufgehendes Eingehen in das Unverborgene innerhalb der Unverborgenheit, auch dann und gerade dann, wenn das Gebirge so stehen bleibt, wie es lagert und ragt. Allein dieses Aufgehen aus der Unverborgenheit tritt als Eingehen in das Unverborgene nicht eigens im Anwesen des Anwesenden heraus.


Indem eine Welt sich öffnet, bekommen alle Dinge ihre Weile und Eile, ihre Ferne und Nähe, ihre Weite und Enge. Indem ein Werk Werk ist, räumt es jene Geräumigkeit ein. Einräumen bedeutet hier zumal: freigeben das Freie des Offenen und einrichten dieses Freie in seinem Gezüge. Dieses Einrichten west aus dem Er-richten. Das Werk stellt als Werk eine Welt auf. Das Werk hält das Offene der Welt offen.«


Martin Heidegger

Uhrzeit

Beginn: 26.07.2024 13:00 – Ende: 26.07.2024 18:00

VERANSTALTUNGSORT

Galerie Bernd Kugler
Burggraben 6/II, 6020 Innsbruck
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BESCHREIBUNG

André Butzer, Ben Cottrell, Paula Kamps, Wolfgang Voegele


»Raum wurde, aus geometrischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen Gründen, als leergemachter Platz in die Malerei eingeführt, zur Grundlage malerischer Kompositionen erhoben – ein Gebilde, das als Gegenstand der Malerei überhaupt keinerlei Bedeutung oder Wert besitzt. Aber hierfür musste ein Preis bezahlt werden: die Festigkeit des in seiner Flächenhaftigkeit endlich begrenzten unräumlichen Himmels ging verloren. Niemals hat die Kunstgeschichte der Kunst unkünstlerischer, niemals hat sie sie falscher verstanden.


Im Anschauen hält sich der Mensch in ganz besonderer Weise an Orten auf. Anschauen ist die wesentliche Weise, in der man sich an Orten aufzuhalten vermag, wenn unter Anschauen das verstehende Erblicken begriffen wird, wodurch ein Ort, sich selber enthüllend, den Anschauenden durch seine selbstleuchtende Gegenwärtigkeit einmalig und ganz erhellt. Denn im Ort allein tritt der Raum als künstlerische Wahrheit dargestellt mit der Wirklichkeit der Dinge in unmittelbar entsprechende Einheit.


Des Künstlers Aufgabe ist es, in seinem Werk jedem Bildgegenstand die ihm adäquate, die ihm im Zusammenhange des Ganzen zukommende Stelle als Ort zuzuweisen. Das ist diejenige, an der ein jedes voll zu sich selbst zur Darstellung seines Wesens kommt. Den Unterschied zwischen Bild und Wirklichkeit kann man leicht sehen, wenn man ein Stück Natur mit einem gemalten Bilde vergleicht, wie das zum Beispiel bei Cézanne-Landschaften möglich ist. Allein im Gemälde füllen die Dinge ihre Gestalten wirklich aus. Erst allmählich dringt Cézanne zu solch einem Bilde einer frei gesehenen Natur vor und bis zu seinem Tode bleibt dies der Weg seines Schaffens in jedem einzelnen Bilde. Damit gab er dem ganz und gar in Farbe verwandelten Licht einen metaphysischen Gehalt neuer Art.«


Kurt Badt


»Aufgegangen aus der Unverborgenheit ist das Anwesende auch schon eingegangen in das bereits Unverborgene: das Gebirge liegt in der Landschaft. Sein Anwesen ist aufgehendes Eingehen in das Unverborgene innerhalb der Unverborgenheit, auch dann und gerade dann, wenn das Gebirge so stehen bleibt, wie es lagert und ragt. Allein dieses Aufgehen aus der Unverborgenheit tritt als Eingehen in das Unverborgene nicht eigens im Anwesen des Anwesenden heraus.


Indem eine Welt sich öffnet, bekommen alle Dinge ihre Weile und Eile, ihre Ferne und Nähe, ihre Weite und Enge. Indem ein Werk Werk ist, räumt es jene Geräumigkeit ein. Einräumen bedeutet hier zumal: freigeben das Freie des Offenen und einrichten dieses Freie in seinem Gezüge. Dieses Einrichten west aus dem Er-richten. Das Werk stellt als Werk eine Welt auf. Das Werk hält das Offene der Welt offen.«


Martin Heidegger