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"Im Netz der Moderne" - Kunstpositionen zwischen Alpen und Gardasee
Kunst / Kultur
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"Im Netz der Moderne" - Kunstpositionen zwischen Alpen und Gardasee

BESCHREIBUNG

Die Ausstellung „IM NETZ DER MODERNE. Kunstpositionen zwischen Alpen und Gardasee" ist ein

grenzüberschreitendes Ausstellungsprojekt in Kooperation mit dem Nikodem Archiv Mutters (Kurator:

Elio Krivdic), dem Lanserhaus in Eppan an der Weinstraße (Kurator: Martin Hanni) sowie dem MAG Museo

Alto Garda in Riva del Garda (Kuratorin: Alessandra Tiddia) in Zusammenarbeit mit dem Mart Rovereto.


Die vier Ausstellungen untersuchen die Begegnungen, Beziehungen und künstlerischen Verbindungen

in den Ländern der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zwischen 1900 und 1950.


Die zentralen Leitfiguren dabei sind die Künstler Hans Josef Weber-Tyrol und Artur Nikodem, deren Schaffen eng mit der Kunst der geografisch zwischen den Alpen und dem Gardasee angesiedelten Euregioländern verbunden ist. Das Ausstellungsprojekt steht somit in Beziehung zum Themenjahr der Euregio 2021 „Transit - Transport - Mobilität".


Öffnungszeiten:

Rabalderhaus Schwaz / NIMU - Mutters: 8. Mai bis 27. Juni 2021, jeweils Do. bis So. 16 bis 19 Uhr


Ausstellungsteil Rabalderhaus Schwaz

Entsprechend den fünf Ausstellungräumen des Rabalderhauses Schwaz gliedert sich die dortige Ausstellung in fünf Bereiche:

Der Raum 1 ist dem malerischen Schaffen von Hans Josef Weber-Tyrol und Artur Nikodem der Jahre um 1910 gewidmet, in denen beide Künstler in engem (brief)freundschaftlichen Kontakt standen.

Weber-Tyrol gelangte um 1908/10 zu einem expressiven Spätimpressionismus, dessen Hauptausdrucksmit­tel allein die Farbe bildet. Gleichzeitig findet man auch im Werk Nikodems ähnliche Tendenzen, wobei der fern von Akademien ausgebildete Künstler in der Folge Malstile und Malkonzepte, Flächen und räumli­che Perspektive, Gegenstand und Ornament viel unbekümmerter mischte, miteinander kombinierte und die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Wirkung ausprobiert.

Im Raum 2 stehen Weber-Tyrols Jahre zwischen 1918 und seiner Übersiedelung nach Südtirol 1934 in Mit­telpunkt. Seit 1905 mit Albin Egger-Lienz und ab 1907 mit Ludwig Penz befreundet, ist er mit diesen maß­geblich an der 1918 erfolgten Gründung der losen Ausstellungsgemeinschaft „Gemeinschaft der Besten“ beteiligt. Aus finanziellen Gründen hält sich Weber-Tyrol in den 1920er Jahren immer wieder in seiner Hei­matstadt auf und malt dort einer Reihe von Ansichten von Schwaz und Umgebung.

Thema des Raums 3 ist die Anteilnahme von Hans Josef Weber-Tyrol am Kunstgeschehen in München.

Von 1894 bis 1898 an der Akademie der bildenden Künste in München ausgebildet, wendet sich der Künst­ler, durch seinen Landsmann Josef Wopfner (1843–1927) angeregt, schon sehr früh der Landschaft zu. Das in der Ausstellung gezeigte Gemälde „Föhreninsel bei München“ von 1904 gehört zu den, noch vom Jugendstil beeinflussten frühen Hauptwerken des Künstlers. 1905 später nimmt er an einer von der Luitpold-Gruppe im Münchner Glaspalast organisierten Schau teil. 1913 und 1914 ist er dann in den Frühjahrsausstellungen der „Münchner Secession“ vertreten. 1915 ist Weber-Tyrol erstmals in einer Ausstellung der 1913 gegründeten Künstlervereinigung „Münchener Neue Secession“ zu Gast. 1926 zeigte die renommierte Galerie Heinrich Thannhauser Werke des Künstlers in einer Kollektivausstellung. An dieser Ausstellung nehmen neben Weber-Tyrol auch die bekannten impressionistischen deutschen Künstler Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth teil.

Der inhaltliche Fokus im Raum 4 der Ausstellung im Rabalderhaus liegt zum einen auf den Gründungen und Beteiligungen Artur Nikodems und Hans Josef-Weber-Tyrols an den Tiroler Künstlervereinigungen. Zum anderen werden Werke jener Tiroler Künstler gezeigt, mit denen insbesondere Artur Nikodem in freundschaftlicher Beziehung steht. Zu diesen gehören u. a. die Brü­der Theodor und Wilhelm Nicolaus Prachensky sowie Gilbert Heidegger und Waldemar Güttner. Besonders mit Theodor Prachensky und Gilbert Heidegger verbindet eine enge Freundschaft, die auch in den künstlerischen Äußerungen dieser beiden ihren Niederschlag findet. Noch mehr als die Landschaften in Aquarell und Öl von Prachensky weisen die zumeist kleinformatigen Bilder Heideggers diesen als Schüler Nikodems aus.

Im Raum 5 schließlich erfolgt eine erstmalige Gegenüberstellung von Fotografien Heinrich Kühns mit sol­chen von Artur Nikodem, in dessen Schaffen vor allem ab den 1920er Jahren die Fotografie als eigenständi­ges bildhaftes Medium zunehmende Bedeutung einnimmt. Inhaltlich an die piktoriale Fotografie Kühns anknüpfend sucht Nikodem in seinen zumeist kleinformatigen Fotografien eine neue, subjektivere Realität zum Ausdruck zu bringen.


Rahmenprogramm (Programmänderungen entsprechend der aktuellen Covid-Situation vorbehalten)


Freitag, 4. Juni, 19 Uhr, Round Table

Mobilität und Vernetzung heute. Ein Medienwechsel in der Kunst?

Mit Ivana Marjanović (Kunstraum Innsbruck), Günter Lierschof (Künstler), Lisa Trockner (Südtiroler Künst­lerbund, online)

Freitag, 18.Juni, 19 Uhr, Vortrag

Bettina Best (München) „Als München leuchtete. Hans Weber-Tyrol und die Münchner Kunstszene vor dem Ersten Weltkrieg“


Führungen: Sonntag 30. Mai; 13. und 27. Juni, jeweils 17 Uhr (Anmeldung erforderlich 0650/8704184)

Uhrzeit

Beginn: 18.06.2021 14:00 – Ende: 18.06.2021 17:00

VERANSTALTUNGSORT

Rabalderhaus, Museum Kunst in Schwaz Galerie
Winterstellergasse 9, 6130 Schwaz
in Google Maps anzeigen

Tickets & Preise

Freiwillige Spenden

BESCHREIBUNG

Die Ausstellung „IM NETZ DER MODERNE. Kunstpositionen zwischen Alpen und Gardasee" ist ein

grenzüberschreitendes Ausstellungsprojekt in Kooperation mit dem Nikodem Archiv Mutters (Kurator:

Elio Krivdic), dem Lanserhaus in Eppan an der Weinstraße (Kurator: Martin Hanni) sowie dem MAG Museo

Alto Garda in Riva del Garda (Kuratorin: Alessandra Tiddia) in Zusammenarbeit mit dem Mart Rovereto.


Die vier Ausstellungen untersuchen die Begegnungen, Beziehungen und künstlerischen Verbindungen

in den Ländern der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zwischen 1900 und 1950.


Die zentralen Leitfiguren dabei sind die Künstler Hans Josef Weber-Tyrol und Artur Nikodem, deren Schaffen eng mit der Kunst der geografisch zwischen den Alpen und dem Gardasee angesiedelten Euregioländern verbunden ist. Das Ausstellungsprojekt steht somit in Beziehung zum Themenjahr der Euregio 2021 „Transit - Transport - Mobilität".


Öffnungszeiten:

Rabalderhaus Schwaz / NIMU - Mutters: 8. Mai bis 27. Juni 2021, jeweils Do. bis So. 16 bis 19 Uhr


Ausstellungsteil Rabalderhaus Schwaz

Entsprechend den fünf Ausstellungräumen des Rabalderhauses Schwaz gliedert sich die dortige Ausstellung in fünf Bereiche:

Der Raum 1 ist dem malerischen Schaffen von Hans Josef Weber-Tyrol und Artur Nikodem der Jahre um 1910 gewidmet, in denen beide Künstler in engem (brief)freundschaftlichen Kontakt standen.

Weber-Tyrol gelangte um 1908/10 zu einem expressiven Spätimpressionismus, dessen Hauptausdrucksmit­tel allein die Farbe bildet. Gleichzeitig findet man auch im Werk Nikodems ähnliche Tendenzen, wobei der fern von Akademien ausgebildete Künstler in der Folge Malstile und Malkonzepte, Flächen und räumli­che Perspektive, Gegenstand und Ornament viel unbekümmerter mischte, miteinander kombinierte und die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Wirkung ausprobiert.

Im Raum 2 stehen Weber-Tyrols Jahre zwischen 1918 und seiner Übersiedelung nach Südtirol 1934 in Mit­telpunkt. Seit 1905 mit Albin Egger-Lienz und ab 1907 mit Ludwig Penz befreundet, ist er mit diesen maß­geblich an der 1918 erfolgten Gründung der losen Ausstellungsgemeinschaft „Gemeinschaft der Besten“ beteiligt. Aus finanziellen Gründen hält sich Weber-Tyrol in den 1920er Jahren immer wieder in seiner Hei­matstadt auf und malt dort einer Reihe von Ansichten von Schwaz und Umgebung.

Thema des Raums 3 ist die Anteilnahme von Hans Josef Weber-Tyrol am Kunstgeschehen in München.

Von 1894 bis 1898 an der Akademie der bildenden Künste in München ausgebildet, wendet sich der Künst­ler, durch seinen Landsmann Josef Wopfner (1843–1927) angeregt, schon sehr früh der Landschaft zu. Das in der Ausstellung gezeigte Gemälde „Föhreninsel bei München“ von 1904 gehört zu den, noch vom Jugendstil beeinflussten frühen Hauptwerken des Künstlers. 1905 später nimmt er an einer von der Luitpold-Gruppe im Münchner Glaspalast organisierten Schau teil. 1913 und 1914 ist er dann in den Frühjahrsausstellungen der „Münchner Secession“ vertreten. 1915 ist Weber-Tyrol erstmals in einer Ausstellung der 1913 gegründeten Künstlervereinigung „Münchener Neue Secession“ zu Gast. 1926 zeigte die renommierte Galerie Heinrich Thannhauser Werke des Künstlers in einer Kollektivausstellung. An dieser Ausstellung nehmen neben Weber-Tyrol auch die bekannten impressionistischen deutschen Künstler Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth teil.

Der inhaltliche Fokus im Raum 4 der Ausstellung im Rabalderhaus liegt zum einen auf den Gründungen und Beteiligungen Artur Nikodems und Hans Josef-Weber-Tyrols an den Tiroler Künstlervereinigungen. Zum anderen werden Werke jener Tiroler Künstler gezeigt, mit denen insbesondere Artur Nikodem in freundschaftlicher Beziehung steht. Zu diesen gehören u. a. die Brü­der Theodor und Wilhelm Nicolaus Prachensky sowie Gilbert Heidegger und Waldemar Güttner. Besonders mit Theodor Prachensky und Gilbert Heidegger verbindet eine enge Freundschaft, die auch in den künstlerischen Äußerungen dieser beiden ihren Niederschlag findet. Noch mehr als die Landschaften in Aquarell und Öl von Prachensky weisen die zumeist kleinformatigen Bilder Heideggers diesen als Schüler Nikodems aus.

Im Raum 5 schließlich erfolgt eine erstmalige Gegenüberstellung von Fotografien Heinrich Kühns mit sol­chen von Artur Nikodem, in dessen Schaffen vor allem ab den 1920er Jahren die Fotografie als eigenständi­ges bildhaftes Medium zunehmende Bedeutung einnimmt. Inhaltlich an die piktoriale Fotografie Kühns anknüpfend sucht Nikodem in seinen zumeist kleinformatigen Fotografien eine neue, subjektivere Realität zum Ausdruck zu bringen.


Rahmenprogramm (Programmänderungen entsprechend der aktuellen Covid-Situation vorbehalten)


Freitag, 4. Juni, 19 Uhr, Round Table

Mobilität und Vernetzung heute. Ein Medienwechsel in der Kunst?

Mit Ivana Marjanović (Kunstraum Innsbruck), Günter Lierschof (Künstler), Lisa Trockner (Südtiroler Künst­lerbund, online)

Freitag, 18.Juni, 19 Uhr, Vortrag

Bettina Best (München) „Als München leuchtete. Hans Weber-Tyrol und die Münchner Kunstszene vor dem Ersten Weltkrieg“


Führungen: Sonntag 30. Mai; 13. und 27. Juni, jeweils 17 Uhr (Anmeldung erforderlich 0650/8704184)